Berichte

30.03.2019 - Camy startet mit mir in der Schnupperklasse beim Charity WT in Gronau. Ein toll organisierter WT bei bestem Wetter und netten Mitstartern. Die Besonderheit bestand darin, dass eine Aufgabe wiederholt werden konnte, wenn etwas nicht klappte. Das haben wir mehrfach genutzt :-)

Die erste Aufgabe bei Nicole Schmidt gab es am Wasser... und da Camy noch nicht richtig schwimmt war klar, dass es schwierig wird. Sie paddelt vorne so sehr, dass sie durch das Spritzwasser nichts mehr sieht... Zuerst wurde der Hund 10 m vor der Uferkante abgesetzt und man legte selbst ein Dummy irgendwo im Uferbereich aus. Dieses wurde dann gearbeitet. Danach ging man frei Fuß bis an die Wasserkante und vom rechten Rand wurde ein Dummy mit Geräusch ins Wasser geworfen - etwa 20 Meter zu schwimmen. Das erste Dummy an Land war perfekt. Anschließend nahm sie auch das Wasser toll an, aber dann kam genau das, was ich geahnt hatte... planlos paddelte sie zwar in der Nähe des Dummys, konnte es aber nicht finden. Die Helfer warfen ein zweites Dummy und mit Hilfe vieler Lockgeräusche der Helfer konnte Camy schließlich eines finden. Das noch drin liegende durfte sie dann auch noch arbeiten, hier schwamm sie minimal besser. Netterweise hat Nicole mir dann noch drei einzelne Marks ins Wasser geworfen und mit jedem Mal schwamm sie ein wenig besser. Das wird werden und ich bekam alle Dummys in die Hand (stand allerdings auch direkt am Wasser).

Die zweite Aufgabe bei Gaby Kühlem fand auf einer großen Wiese statt. Es wurde eine Markierung mit Schuss in etwa 50 - 60 m geworfen. Diese war nach Freigabe zu arbeiten. Anschließend gleicher Ausgangspunkt, gleiche Markierung. Dieses Mal ließ man den Hund dort sitzen und ging mit der Richterin etwa 25 m weiter nach rechts. Der Hund wurde herangerufen und nach Freigabe geschickt. Das erste Mark hat Camy recht gut gearbeitet, sie war im Bereich und hat sich schön mit dem Wind herangesucht. Beim zweiten Dummy saß sie nach dem Abrufen leider total schräg nach links und so habe ich sie dummerweise geschickt. Das ging völlig schief und sie geriet ins hunten. Das haben wir nochmal wiederholt und diesmal habe ich sie zwar gut ausgerichtet, aber sie lief wieder nach links (vielleicht hätte ich die Hand nehmen sollen). Diesmal konnte ich sie aber stoppen als sie zwar im Bereich aber zu weit vorne war und back schicken. Dann haben wir das noch einmal als normales Mark wiederholt und das klappte gut.

Die dritte Aufgabe bei Heike Reichelt war eine Suche. Man stand vor einem Graben mit Wasser, dahinter ein Waldstück mit viel Totholz und auf der rechten Seite einem kleinen Tümpel. Ein Helfer simulierte ein Treiben (ohne Schuss) von links nach rechts. Anschließend wurde der Hund zweimal in die Suche geschickt. Camy nahm den Graben schön an und suchte auch sehr schön. Es dauerte allerdings recht lange und dann kam sie leider einmal bis zu mir zurück. Ich schickte sie wieder rein und dieses Mal blieb sie auch beharrlich dran, bis sie fand. Auch beim zweiten Schicken nahm sie den Graben mit einem Riesensatz und suchte - allerdings blieb sie standhaft im linken Bereich des Suchengebietes. Der Tümpel stellte irgendwie eine Grenze dar und hinter diesem Tümpel hätte sie sich nach rechts suchen müssen. Hier gab es dann einige Hilfe vom Treiber und schlussendlich fand sie auch das zweite Stück.

Bei Rony Michiels gab es Aufgabe 4 in einem Waldstück mit Stangenholzreihen. Vor uns in etwa 30 m standen drei Helfer, in gerader Linie vor uns der Werfer. Es gab ein Treiben im Stand und der Werfer war eine Markierung auf uns zu. Diese war nach Freigabe zu arbeiten. Das gleiche sollte im Anschluss ein zweites Mal gemacht werden. Hier ging gar nichts (allerdings war das bei sehr vielen anderen das gleiche Chaos). Camy überrannte die Markierung in vollem Lauf (obwohl ich wohlweislich einen Suchenpfiff gemacht habe) und ging sehr weit hinten raus. Kommpfiffe völlig ergebnislos, sie geriet komplett ins hunten. Hier habe ich viel zu lange gepfiffen, ich hätte sie früher einsammeln sollen. Irgendwann hatte ich sie dann wieder vorne und sie fand. Beim zweiten Versuch das gleiche Drama - dieses Mal habe ich sie aber nach dem ersten ignorierten Kommpfiff eingesammelt.

Die letzte Aufgabe gab es bei Anja Helber. Der Hund wurde etwa 15 m vor der Richterin abgeleint und abgesetzt. Man ging zu Anja und rief den Hund heran. Dann wurde in etwa 25 m ein Mark mit Schuss von der Wiese aus an die Waldkante geworfen, Fallstelle meist nicht sichtig in Totholz. Dieses war nach Freigabe zu arbeiten. Anschließend wurde an anderer Stelle in kurzer Distanz im Wald ein Dummy mit Geräusch in einen kleinen Tümpel geworfen. Der Tümpel und damit die Fallstelle nicht sichtig. Ebenfalls nach Freigabe zu arbeiten. Hier war Camy trotz der 2,5 Stunden Wartezeit vorher einfach nur klasse. Sie hat beide Dummys sofort gehabt und meine Hand hat das nasse Dummy nur um einen Milimeter verpasst :-)

Fazit dieses tollen Tages: ich freue mich total darüber, wie relaxt die Maus die ganze Situation gemeistert hat. Sie war im Wartebereich sowas von entspannt und ruhig. Wenn es losging aber sofort angeknipst und aufmerksam. Sie war komplett steady und konzentriert. Wir wissen nun wieder, woran wir arbeiten werden und ihr fehlt einfach ganz viel Erfahrung, auch was Gelände angeht. Aber es ist alles da was nötig ist und von daher freue ich mich auf alles weitere...

 

 

27.10.2018 - Camy und ich schnuppern die erste WT-Luft beim internen Workingtest des RTT in Lohmar.

Vorweg gesagt - sie hat wundervoll gearbeitet und ich bin wahnsinnig stolz (zumal ich mehrfach angesprochen wurde) auf die kleine Maus. Natürlich war alles wahnsinnig aufregend und so war sie halt teilweise ein wenig übermotiviert... Mir war aber in erster Linie wichtig, wie sie so einen halben Tag verpackt - sie kennt ja nicht mal Dummytraining in der Gruppe - und daher war mir das Einspringen wirklich egal.

Erste Aufgabe (Marcel Lindelauf - NL) - auf einer Wiese steht der Richter neben uns und wirft nach vorne ein Dummy. Man dreht sich herum und geht gemeinsam etwa 25 Meter weg. Umdrehen und schicken. Während des Rückwegs wird ein Dummy nachgelegt, was danach zu arbeiten ist. Camy macht das super - 19 Punkte.

Zweite Aufgabe (gleicher Richter) - man steht auf eine Wiese Blick hangabwärts, unten in etwa 25 Metern kreuzt ein asphaltierter Weg, auf dem Schütze und Werfer stehen. Schuss und Markierung hinter den Weg - dort geht es bergab, Fallstelle nicht sichtig. Nachdem das Mark gearbeitet wurde gab es einen weiteren Schuss und ein bereits ausgelegtes Dummy an der gleichen Stelle. Hier hat Camy das Mark perfekt gearbeitet, für das Memory brauchte sie einen kleinen Moment, da sie erst zu weit links unterwegs war. Sie hat sich aber toll im Bereich gehalten und selbst geholfen. Dafür bekamen wir 17 Punkte.

Aufgabe 3 (Werner Cornelis - B) - Ableinen und Fußgehen im Wald. Allerdings nicht einfach geradeaus, sondern in engen Winkeln, über Totholz und mehrere querliegende Bäume. Stehenbleiben und dann gab es ein beschossenes Mark gut sichtig im Wald auf etwa 20 Metern. Hier lief alles supergut und wir bekamen 20 Punkte.

Vierte Aufgabe (gleicher Richter) - Man ging am Fuß einer Hangwiese einige Meter frei Fuß. Stehenbleiben und der Hund blieb sitzen. HF und Richter gingen weitere 20 Meter und der Hund wurde rangerufen. Anschließend folgte eine Markierung im Hang berghoch auf etwa 25 Metern auf 12 Uhr. Punkte wieder 20.

Nach fast 2 Stunden Wartezeit dann die beiden letzten Aufgaben bei Johan Grootaers (B) - erste Aufgabe Walk-Up auf der Wiese mit Richter auf den Schützen zu. Mit Schuss fällt ein Mark nach links geworfen in den Wald, Fallstelle nicht sichtig, Entfernung etwa 25 Meter.

Letzte Aufgabe Standort Wiese, Blickrichtung Wald. Dort steht ein Schütze in etwa 20 Metern Entfernung und beschießt zweimal einen Streifen zwischen Wald und Wiese. Dort lagen zwei Dummys, die beide zu arbeiten waren. Zwischen Wiese und Dummys gab es jedoch eine Wand aus Brombeeren.

Vielleicht bedingt durch die lange Wartezeit ist Camy in diesen beiden letzten Aufgaben bereits direkt nach dem Ableinen und vor der Freigabe unterwegs gewesen und hat daher jeweils nur einen Punkt bekommen. Die Aufgaben selbst hat sie gut arbeitet - die Markierung außer Sicht war genial (das haben wir niemals vorher trainiert) und die Brombeeren... naja die waren jetzt nur semi-angenehm aber sie ist sehr schön drangeblieben...

Mein Fazit - eine wunderbare Hündin mit tollen Anlagen, die jetzt einfach in Ruhe reifen darf. Solche Tage sind für mich immer dafür da zu erkennen, wie ich weiter machen kann. Ich habe gelernt, dass Camy (auch wenn sie während der langen Wartezeit nicht auffällig gestresst wirkte) in solch einer Situation (zumindest in dem jungen Alter) einen Stressabbau gebraucht hätte vor der Aufgabe...

Egal - WIR hatten ganz viel Spass und sagte ich schon, wie sehr ich diese gelbe Rakete liebe...?